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Seetaucherbestände bleiben trotz Ausbau von Offshore-Windkraft stabil

Am 25. Juli stellte BioConsult SH gemeinsam mit IBL und IfAÖ eine Studie zum Vorkommen von Stern- und Prachttauchern in der deutschen Nordsee vor über 50 interessierten Behörden, Verbänden und Windkraftvertretern vor. Die im Auftrag des Bundesverbands der Windparkbetreiber Offshore e.V. (BWO) und federführend durch BioConsult SH durchgeführte Studie basiert auf dem besten aktuell zur Verfügung stehenden Datensatz zum Vorkommen und zur Verteilung von Stern- und Prachttauchern auf hoher See. Untersucht wurden mögliche Auswirkungen von Offshore-Windparks auf den Bestand sowie den Lebensraum der beiden Seetaucherarten. Ein neuartiger geostatistischer Ansatz erlaubt Modellvorhersagen mit hoher räumlicher Präzision.

Ein wesentliches Ergebnis ist, dass der Frühjahrsbestand der Seetaucher über den Studienzeitraum von 2001 bis 2018 in der deutschen Nordsee auch nach dem zunehmenden Ausbau der Windenergie der letzten Jahre insgesamt stabil war (im Mittel ca. 16.500 Vögel). Die Studie belegt zudem, dass der Seetaucherbestand trotz räumlicher Verlagerungen im Hauptkonzentrationsgebiet nordwestlich von Sylt stabil und das Gebiet im Frühjahr weiterhin von sehr hoher Bedeutung für rastende Seetaucher ist. Daneben zeigt die Untersuchung, dass Seetaucher unterschiedliche Meideabstände zu den Windparks einhalten, abhängig von regionalen und saisonalen Aspekten, wobei im Frühjahr im nördlichen Teilbereich mit 5 km der größte statistisch belastbare theoretische Habitatverlust festgestellt wurde.

Die Studie stellt einen weiteren wichtigen Baustein für einen möglichst naturverträglichen Ausbau der Offshore-Windenergie in deutschen Gewässern dar. Sie kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:

https://www.bwo-offshorewind.de/wp-content/uploads/2020/03/20200306_diverstudy_v1-0_final.pdf