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Robbenmonitoring

Die beiden Robbenarten - Seehund und Kegelrobbe - stellen Leittierarten im Nationalpark Wattenmeer dar. Seehunde bringen im Frühsommer auf angestammten Sandbänken im Inneren des Wattenmeeres ihre Jungen zur Welt und wechseln ihr Haarkleid. Im Winterhalbjahr sind sie eher am Rande des Wattenmeeres zu finden und jagen vermehrt in der offenen Nordsee. Bei der seit Jahren anwachsenden Kegelrobbenpopulation liegt die Wurfzeit im Winter und der Haarwechsel findet im Frühjahr statt.

Seit Einrichtung des Nationalparks Wattenmeer wird der Robbenbestand regelmäßig aus dem Flugzeug erfasst, seit 1994 geschieht dies in enger Koordinierung mit den benachbarten Wattenmeer-Nationalparken und den Anrainerstaaten des Wattenmeeres Niederlande und Dänemark im Rahmen des Trilateralen Monitoring- und Assessment Programms (TMAP). Die trilateralen Staaten haben die Robben in einem gemeinsamen völkerrechtlich verbindlichen Seehundabkommen geschützt. Zusätzlich dient dieses Monitoring der Erfüllung der Verpflichtungen aus der EU-FFH-Richtlinie.

Für die Jahre 2016 bis 2020 wird BioConsult SH die Zählflüge im schleswig-holsteinischen Wattenmeer im Auftrag des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN-Tönning) durchführen. Mit je fünf Flügen pro Jahr sollen beide Robbenarten erfasst werden. Die Termine werden trilateral abgestimmt und bestimmen sowohl die Höhe des Bestandes als auch die Höhe des Jungtieranteils eines Jahres. Die Daten fließen in eine Datenbank des LKNs ein und die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit über ein Internetportal zugänglich gemacht (Login => Weißt de Watt => Watt liegt).

Ergebnisse 2017

Im August 2017 wurden in Schleswig-Holstein 8.834 Seehunde gezählt. Dieser Wert liegt über den beiden Werten des Vorjahres. Damit ist die Anzahl der Tiere in 2017 wieder so hoch, wie vor dem Bestandsrückgang zwischen 2014 und 2016.

Der Anteil der Jungtiere lag 2017 bei 30,7 %. Dieser Wert entspricht denen der letzten Jahre. Er ist mit jährlichen Schwankungen seit Anfang der 1990er Jahre insgesamt angestiegen. Im gesamten Wattenmeer wurde in diesem Jahr die höchste Anzahl an Jungtieren seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1975 festgestellt.

Weitere Ergebnisse der Zählungen finden sich in der Pressemitteilung des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats.

Medienpräsenz

Das Schleswig-Holstein Magazin des NDR berichtete mehrfach über das Projekt. Der folgende Beitrag stammt aus dem Juni 2016.

Methoden

Während der Erfassung werden alle Seehundbänke in Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer in einer Niedrigwasserperiode abgeflogen. Dabei werden Fotos der Liegeplätze angefertigt. Auf diesen Bildern werden dann die genauen Anzahlen der Robben ermittelt. Um ein möglichst genaues Bild der Robbenbestände zu bekommen, werden mehrere Flüge sowohl in der Wurfzeit der Seehunde im Juni als auch in der Zeit des Haarwechsels im August durchgeführt.

Kegelrobben

Auf diesem Bild werden Robben verschiedener Altersklassen gezeigt. Einzelne Individuen wurden beim Zählen im Büro auf den Bildern unterschiedlich markiert (Männchen (hier Kegelrobben) = roter Punkt; Weibchen (hier Kegelrobben) = blauer Punkt; Jungtier (hier Seehund) = gelber Punkt). (Bild vom 15.04.2016. Zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.)

Kegelrobben Eine Ansammlung von Kegelrobben. Auf den Zählflügen werden eine Vielzahl von digitalen Bildern aufgenommen. Die rote Linie markiert, dass das Bild an dieser Stelle mit einem anderen überlappt. Kegelrobben links von der Markierung wurden in diesem Bild ignoriert. (Bild vom 06.12.2016. Zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.)

Seehunde

Auf dieser Sandbank ist eine Ansammlung von Seehund-Altieren (roter Punkt) mit den diesjährigen Jungtieren (gelber Punkt) zu sehen. (Bild vom 15.06.2016. Zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.)

Seehunde

Hier sind Seehunde (roter Punkt) zusammen mit diesjährigen Jungtieren (gelber Punkt) auf einer Sandbank zu sehen. Am linken und rechten Bildrand rasten Gruppen von Eiderenten. (Bild vom 15.06.2016. Zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.)


Ansprechpartner:

Thomas Grünkorn

Thomas Grünkorn