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Rückgang Mäusebussard

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2014 und 2015 wurden der Brutbestand und der Bruterfolg des Mäusebussards auf zwei größeren Probeflächen im Landesteil Schleswig untersucht, für welche Vergleichsdaten aus früheren Jahrzehnten vorliegen. Dabei wurde festgestellt, dass das aktuelle Bestandsniveau des Mäusebussards auf etwa ein Drittel des Bestandes zur Jahrtausendwende zurückgegangen ist. Eine Ursache für diesen Rückgang kann neben Grünlandumbruch (Maisanbau für Biogasanlagen) und Mortalität durch Windenergieanlagen die festgestellte geringe Überlebenswahrscheinlichkeit der Nestlinge sein.

Seit April 2015 untersucht BioConsult SH in einer auf drei Jahre angelegten Studie mögliche Ursachen für den zurückgegangenen Bruterfolg. Neben der Fortführung der Brutbestandserfassung und der Bestimmung der Brut- und Gelegegröße werden vor allem Videokameras an Mäusebussard-Nestern eingesetzt, um folgende Hypothesen für den geringeren Bruterfolg zu testen:

1. Veränderung der Landnutzung mit Rückgang/schlechter Erreichbarkeit des Hauptbeutetieres Feldmaus

2. Prädation von Jungvögeln (Uhu, Habicht, Säuger) in der Nestlingszeit

3. Geringerer Schlupferfolg (z. B. durch Umweltgifte)

Pro Brutsaison wurden zehn Videokameras an Mäusebussard-Nestern eingesetzt. Diese ermöglichen eine kontinuierliche Aufzeichnung der Nestlingsphase (beginnend mit dem Schlupf bis zum Flüggewerden der Jungvögel). Mit Hilfe dieser Methodik können die drei aufgestellten Hypothesen überprüft werden, indem folgende brutbiologische Daten erhoben werden:

1. Art, Menge und Zeitpunkt der verfütterten Nahrung,

2. Ursache und Zeitpunkt des Verschwindens von Jungvögeln, insbesondere durch Prädation,

3. Bestimmung der Anzahl geschlüpfter Küken im Verhältnis zur Anzahl der gelegten Eier.

Die Bilder werden von der Kamera aus der Baumkrone mit Hilfe eines am Baumstamm angebrachten Kabels an eine Kiste am Boden übertragen, in dem sich die Stromversorgung und die Aufzeichnungseinheit befinden.

Kamera und Kiste


Videos 2017 (drittes Untersuchungsjahr)

Für das Jahr 2017 sind die folgenden drei Szenen aus der Aufzuchtphase der Jungvögel bei Bünge/ Dörpstedt charakteristisch.

Zu wenig für drei

Dieses Video verdeutlicht exemplarisch die zu geringe Nahrungsversorgung der drei Jungvögel im Frühjahr 2017. Am 6. Juni kommt das Weibchen innerhalb von neun Stunden um 21:29 Uhr zum fünften Mal ohne Beute zum Nest. Für einen Jungvogel standen an diesem Tag insgesamt nur 40 g statt der benötigten etwa 150 g zur Verfügung. Damit sind die Reserven für den folgenden Tag mit Dauerregen und Kälte gering.

Schafskälte

Einen Tag später, am 7. Juni, ist der kleinste Jungvogel verhungert und wird an seine Geschwister verfüttert. Ein weiteres Küken wird ebenfalls nicht überleben. Grund ist ein Schlechtwetterereignis mit maximal 13 Grad, stürmischem Wind und Dauerregen ab 10:00 Uhr für 20 Stunden. Allein an diesem Tag starben bei allen mit Videokameras beobachteten Nestern insgesamt 8 von 26 Küken.

Einer kommt durch

Dieses Video belegt die gute Nahrungsversorgung des überlebenden ältesten – mittlerweile flüggen - Jungvogels, hier mit einer Verfütterung eines Maulwurfes am 2. Juli.

Videos 2016 (zweites Untersuchungsjahr)

Im folgenden Video wird die einzige Prädation des Jahres 2016 durch einen Habicht gezeigt (Sequenz: "2016 Prädation Habicht"). Allerdings gab es auch in diesem Untersuchungsjahr eine Prädation eines Jungvogels durch einen Uhu (nicht gezeigt).

Die Nahrungsversorgung der Jungvögel ist im Mäusemangeljahr 2016 sehr schlecht. Die nassen, frierenden Jungvögel streiten sich um eine Feldmaus. Nur ein Jungvogel behauptet sich gegen seine Nestgeschwister und frißt die Feldmaus allein (Sequenz "2016 Futterstreit").

Der schwächste Jungvogel ist bereits zwei Stunden später verhungert und fällt aus dem Nest (Sequenz "2016 Kücken fällt aus dem Nest"). In den mit Kameras überwachten Nestern sind in 2016 acht Jungvögel verhungert. In 2015 ist kein Jungvogel verhungert.

Videos 2015 (erstes Untersuchungsjahr)

In diesem Video sieht man wie ein junger Mäusebussard im Nest von einem Uhu geschlagen wird. Der Altvogel verhält sich dabei sehr passiv und versucht nicht den Uhu zu verteiben. Der Uhu erscheint bei ca. 0:18. Später wird der Altvogel aus dem Nest vertrieben (bei ca. 1:45). Der zweite Jungvogel wurde später vom Uhu aus dem Nest mitgenommen (siehe Video: Prädation Jungvogel 2).

In diesem Video sieht man wie ein junger Mäusebussard von einem Uhu aus seinem Nest verschleppt wird (bei ca. 0:33). Dieses Video ist ein Folgevideo zum Video Prädation Jungvogel 1 (siehe oben).


Ergebnisdarstellung:

Grünkorn, T.
Projekt Ursachenforschung zum Rückgang des Mäusebussards im Landesteil Schleswig
Jagd und Artenschutz 2016 p. 91-94
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Grünkorn, T.
Ursachenforschung zum Rückgang des Mäusebussards in Schleswig-Holstein
148th Annual Meeting of the “Deutsche Ornithologische Gesellschaft”, Konstanz, Germany (2015)
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Grünkorn, T.
Projekt Ursachenforschung zum Rückgang des Mäusebussards im Landesteil Schleswig
Jagd und Artenschutz 2015 p. 94-97
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Ansprechpartner:

Thomas Grünkorn

Thomas Grünkorn