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Online Schweinswalerfassung

WDS Boje während OWP Bau - Thomas HansenWährend des Baus von Offshore Windparks, werden beim Rammen der Fundamentpfähle regelmäßig Lärmpegel erreicht, die bei Schweinswalen eine temporäre Verschiebung der Hörschwelle bewirken können. Aus diesem Grund sollen möglicherweise vorhandene Tiere vor Beginn der lärmintensiven Arbeiten aus dem Gefahrenbereich vergrämt werden. Das Seiche ‚wireless detection system‘ (WDS) stellt in diesem Zusammenhang eine neue Methode der passiven akkustischen Überwachung dar, und ist derzeit das einzige System, das die erfolgreiche Vergrämung von Schweinswalen in ‚real time‘ nachweisen kann und in Feldstudien bereits erfolgreich getestet wurde.

Üblicherweise werden zum Vergrämen von Schweinswalen aus dem Gefahrenbereich ‚Pinger’ und ‚Sealscarer’ vor dem Beginn der Rammarbeiten eingesetzt. Im Anschluss daran werden derzeit sogenannte ‚cetacean-porpoise detectors‘ (CPODs, http://www.chelonia.co.uk/) routinemäßig zur Überwachung der Schweinswalaktivität im Bereich um die Rammstelle eingesetzt. CPODs zeichnen die Echoortungsaktivität der Schweinswale auf, allerdings können die Daten erst ausgewertet werden, nachdem die Geräte geborgen und ausgelesen wurden. Im Gegensatz dazu übermitteln WDS Bojen ihr Signal per Funk und ermöglichen es deshalb das monitoring in ‚real time‘ zu verfolgen.

Jede Boje ist mit einem Hydrophon ausgestattet, dessen Signal von einer Telemetrie Antenne per Funk an eine Überwachungsstation übertragen wird. Die einkommenden Signale werden digitalisiert und mit Hilfe der marinen Säuger Erkennungssoftware ‚PAMGUARD‘ prozessiert. Diese Software erkennt spezifische Parameter, mit denen die aufgenommenen Signale Schweinswalen zugeordnet und diese damit identifizieret werden können.

WDS Boje setup - Caroline Höschle

WDS Boje in Betrieb. WDS Boje (oben, links). Die Empfangsantenne (hier an einer Steilküste positioniert) (oben, Mitte) leitet das Signal zu einer Empfängerbox (oben, rechts) von wo aus es in einen Computer auf dem die PAMGUARD Software läuft eingespeist wird. (Fotos: Caroline Höschle).

In einem ersten Projekt, hat BioConsult SH die Reichweite einer einzelnen WDS Boje in Bezug auf die Erkennung von freilebenden Schweinswalen bestimmt und ihre Sensitivität mit der von konventionellen CPOD’s verglichen. Für diese Studie wurden WDS Bojen und CPODs zusammen ausgebracht und das Untersuchungsgebiet darüber hinaus von einer 20 m hohen Steilküste aus ebenfalls visuell auf Schweinswalaktivität hin beobachtet. Aus den gewonnenen Daten konnte geschlossen werden, dass die WDS Boje und der CPOD in Bezug auf Schweinswal Erkennungswahrscheinlichkeit und Erkennungsreichweite vergleichbar leistungsstark sind.

Bei einem weiteren Projekt wurden neun WDS Bojen ausgebracht, um die Anwesenheit von Schweinswalen während der Rammung von 48 Pfählen, die für den Windpark NordseeOst in den Meeresboden gerammt wurden, zu erfassen. Diese Bojen wurden in Entfernungen von 750 bzw. 1500 m von der Rammstelle ausgebracht und übermittelten das Signal zur Auswertung auf ein nahegelegenes Schiff.

Sobald dann ein Schweinswal in der Nähe der Rammstelle von den Bojen erkannt und identifiziert wurde, konnten sofort weitere Vergrämungsmaßnahmen mit dem ‚Sealscarer‘ ergriffen werden. Dies ist ein Beispiel für den fundamentalen Vorteil des Systems gegenüber den herkömmlichen CPODs, denn mit Hilfe der WDS Bojen kann sofort auf die Situation vor Ort reagiert werden.

Experimental setupAnsprechpartnerin:

Caroline Höschle

Caroline Höschle